Konrad

Geht in die Schulanschlussbetreuung der Oberlin Lebenswelten

»Na klar geh’ ich ins Kino!«

Konrad ist ein Pionier. Er gehört zu einer Gruppe von Jugendlichen mit Behinderung, die in der Stadt Potsdam erstmals auch nach ihrem 15. Geburtstag einen Hort besuchen dürfen.

Andere Jugendliche seiner Altersklasse gehen nach Schulschluss nach Hause oder verbringen ihre Freizeit mit Freunden. Für Konrad mit seiner geistigen Beeinträchtigung ist das nicht so einfach möglich – er braucht Betreuung und Hilfe am Nachmittag und in den Ferien auch über die Grundschulzeit hinaus. Das Oberlinhaus schloss 2016 diese Betreuungslücke – die Stadt Potsdam finanziert seinen Hortplatz auf freiwilliger Basis.

Der 18-Jährige geht gern in die Nachmittags-und Ferienbetreuung, die in den Räumen der Oberlinschule stattfindet. Bei der Kommunikation hapert es manchmal noch – ein wenig Vermittlung und Unterstützung durch ein festes Team aus 4 jungen Betreuerinnen erleichtert ihm das Miteinander in der Gruppe deutlich. Ob Uno, Bowling oder Fußball spielen, Musik machen oder auf Ausflüge fahren – zusammen mit seinen Kumpels macht ihm das am meisten Spaß. Sein größter Traum: Einmal als umschwärmter Rockstar auf einer großen Bühne stehen.

Zusammen in der Gruppe geht er einmal im Monat zum „autism friendly cinema“. Diese deutschlandweit einmalige Kinoreihe hat das Oberlinhaus vor 2 Jahren zusammen mit dem Babelsberger Thalia-Kino ins Leben gerufen. Die Grundidee: Reizarmes Kino ohne Krach und Dunkelheit. Das wissen auch Kinogänger zu schätzen, die nichts mit Autismus zu tun haben – so wie Konrad eben. Hier kann er sich aussuchen, wo und neben wem er sitzen möchte und auch wie lange, denn Umhergehen ist erlaubt. Die Lautstärke im Saal ist gedämpft, das Licht bleibt eingeschaltet.

Konrad lebt mitten in der Gesellschaft und ganz im Hier und Jetzt. Von der Zukunft hat er nur eine vage Vorstellung. Trotzdem stellt sich langsam die Frage, was nach der Oberlinschule kommt. Er kann sich vorstellen, später einmal in den Oberlin Werkstätten auf Hermannswerder zu arbeiten, schließlich arbeitet er gern handwerklich.

Klienten der Oberlin Lebenswelten im Film