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Reinhold Kleinau

Reinhold Kleinau 

Foto: Oberlinhaus

Reinhold Kleinau wurde am 3. 12. 1888 in Berlin als Sohn eines Kaufmanns geboren. Das Studium der Theologie führte ihn an die Universitäten von Tübingen, Straßburg und Berlin. Der Ausbruch des 1. Weltkrieges hinderte ihn am Abschluss seiner Studien. Wegen eines Herzfehlers wurde er jedoch nicht zum Militär eingezogen. Für ein Jahr war Kleinau in dem Mosse'schen Erziehungsheim zu Berlin als Lehrer und Erzieher tätig. Nach seinem Lehrvikariat in Berlin-Schöneberg legte er 1917 die Prüfung zum zweiten theologischen Examen ab und wurde am 1. Juli des gleichen Jahres durch Generalsuperintendent D. Lahusen ordiniert.

Während seines Auftrages als Hilfsprediger an der Zivilgemeinde der Potsdamer Garnisonskirche, in der er ab dem 1. Januar 1918 berufen worden war, bewarb er sich um die zweite Pfarrstelle am Oberlinhaus bei dem damaligen Vorsteher Pastor D. Hoppe. Seine Aufgaben lagen zunächst in der Unterrichtsarbeit am Ausbildungsseminar des Hauses.

Am 2. Ostertag, dem 1. April 1929 wurde Pastor Kleinau durch Generalsuperintendent Dr. Dibelius in der Oberlinkirche als neuer Vorsteher des Mutterhauses mit seinen Einrichtungen eingeführt. In seinen ersten Amtsjahren standen nicht unerhebliche Bauvorhaben an. Im Jahre 1931 wurde der Neubau der Lehrwerkstätten und der Anbau der Orthopädischen Klinik mit seinen 4 Bettenstationen und dem einbezogenen Umbau des OP-Traktes eingeweiht. Schmerzlich traf ihn die Schließung des Seminars für Kindergärtnerinnen im Kriegsjahr 1942 durch die Nationalsozialisten.

Bei Kriegsende ging er mit Schwestern und Mitarbeitern unverzüglich an die Wiederaufbauarbeiten, da das bis dahin fast unversehrte Oberlinhaus noch im April 1945 durch Bombentreffer an einigen Gebäuden beschädigt wurde. Für die jungen Schwestern konnte er 1954 in der ehemaligen Turnhalle des Taub-Blindenheimes 2 Wohnetagen nach Umbau in Gebrauch nehmen. Im gleichen Jahr entstand durch seine Initiative eine Keramikwerkstatt für Schwerstbehinderte, in denen bis heute die bekannten Krippenfiguren nach Entwürfen der Bildhauerin Ilse Scheffer modelliert werden.

1962 gab er das Amt des Vorstehers an Pastor Eckard Beyer weiter. In den frühen Morgenstunden des 17. Februar 1974 ist Pastor Kleinau still und in Frieden eingeschlafen. Mit dem Auftrag und Dienst des Oberlinhauses ist Pastor Kleinau 55 Jahre seines Lebens verbunden gewesen. Ihm ist es zu verdanken, dass während der Zeit des Nationalsozialismus alle Heimbewohner vor Verfolgung bewahrt blieben und das Werk trotz schwerer Kriegs- und Nachkriegsjahre nicht unterging. Vor 15 Jahren, am 29. Januar 1983, wurde das Reinhold-Kleinau-Haus, als Wohnbereich für körperbehinderte Erwachsene eingeweiht. Als erstes Gebäude auf dem Gelände des Oberlinhauses wurde das neue Gebäude nach einem Vorsteher benannt.

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