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Theodor Hoppe

Theodor Hoppe 

Foto: Oberlinhaus

Theodor Christlieb Jonathan Hoppe wurde am 14. Januar 1846 in Wusterwitz, Kreis Dramburg (Hinterpommern), geboren. Nach Abschluss der Dorfschule besuchte er das weithin bekannte Marienstiftgymnasium in Stettin und studierte dann an der Universität Halle/Saale Theologie. 1872 und 1876 legte Theodor Hoppe seine theologischen Prüfungen ab, 1873 die Prüfung als Lehrer an Mittel- und Höheren Mädchenschulen. Bis 1874 unterrichtete er an der Mittelschule in Havelberg, 1878 an der Wieprechtschen Privatschule in Berlin. Im gleichen Jahr trat er das Amt eines Hilfspredigers an der Berliner Jacobigemeinde an. Daneben betreute Pfarrer Hoppe als Hausgeistlicher das Diakonissenmutterhaus Paul-Gerhardt-Stift. Vom Zentralvorstand des Oberlinvereins wurde er 1879 zum Pfarrer und Vorsteher des Diakonissenmutterhauses Oberlinhaus in Nowawes berufen.

Hier widmete er sich dem dringenden Aufbau sozialer Einrichtungen, die in dem damals 6000 Menschen zählenden Ort nicht vorhanden waren. Unter seiner Leitung entstanden eine Kleinkinderschule mit angeschlossenem Ausbildungsseminar, eine Siechenstation, eine Poliklinik und 1890 das erste Krankenhaus in Nowawes. 1886 wurde ein behinderter Junge aus Berlin ins Oberlinhaus gebracht und diese Herausforderung gab dem Oberlinhaus und dem Wirken von Pfarrer Hoppe eine neue Orientierung. Weitere 'Krüppel' fanden im Oberlinhaus Aufnahme und Zuwendung, 1887 auch ein taubblindes Mädchen. Geleitet von christlicher Nächstenliebe entwickelte Hoppe mit seinen Mitarbeitern ein Konzept der ganzheitlichen Rehabilitation, das sich an den Bedürfnissen des Einzelnen orientiert und das Leiden der behinderten Menschen in seiner Gesamtheit sieht. Nach diesem Konzept entstanden in den Folgejahren in Norddeutschland weitere Einrichtungen der 'Krüppelpflege'. Im Jahre 1900 wurde dieser seinerzeit innovative Betreuungsansatz auf der Pariser Weltausstellung mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Mit seinem Einsatz für Schwache und Benachteiligte gilt Theodor Hoppe heute als Wegbereiter neuzeitlicher Behindertenfürsroge. Auf seine Initiative hin gründete sich 1901 die 'Konferenz der deutschen Anstalten für Krüppelfürsorge', deren Vorsitzender er lange Jahre war. 1920 trat das 'Deutsche Krüppelfürsorgegesetz' in Kraft, an dessen Ausarbeitung sich Hoppe intensiv beteiligt hat.

Eine besondere Ehre wird Dr. D. Hoppe zuteil, als er 1914 gebeten wurde, den Vorsitz der Kaiserwerther Generalkonferenz, in Nachfolge von Pastor Theodor Fliedner zu übernehmen. Die Kaiserswerther Generalkonferenz vereinigt die nationalen und internationalen Diakonissenmutterhäuser unter einem Dach. In Anerkennung seiner Leistungen verleiht die medizinischen Fakultät der Berliner Friedrich-Wilhelm-Universität Pastor Hoppe im Jahre 1919 den medizinischen Ehrendoktor. Von der gleichen Universität erhält er wenig später den Ehrendoktor der Theologie.

An seinem 81. Geburtstag, anlässlich der Einweihung des Feierabendhauses für Diakonissen, wurde Vorsteher Dr. D. Hoppe zum Ehrenbürger der Stadt Nowawes ernannt. Hoppe sollte der Einzige sein, dem diese Ehre der Stadt Nowawes zuteil wurde. Am 28. Dezember 1934 starb Pfarrer Hoppe im 88. Lebensjahr. Hinter ihm lag ein halbes Jahrhundert unermüdlichen Engagements für behinderte Menschen, die der medizinischen, pädagogischen und seelsorgerischen Hilfe bedurften.

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