Insgesamt 85 konkrete Maßnahmen sollen Barrieren abbauen und die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung in allen Bereichen des städtischen Lebens stärken. Der Lokale Teilhabeplan 3.0 wird derzeit politisch beraten und soll am 01.07.2026 in der Stadtverordnetenversammlung vorgestellt werden. Damit beginnt die entscheidende Phase: Aus formulierten Zielen müssen spürbare Veränderungen werden.
Inklusion ist eine kommunale Verpflichtung
Ich begrüße ausdrücklich, dass Potsdam Inklusion nicht als freiwillige Zusatzaufgabe behandelt, sondern als kommunale Verpflichtung und Querschnittsaufgabe versteht. Angesichts von rund 25.500 Potsdamerinnen und Potsdamern mit anerkannter Behinderung geht es dabei keineswegs um die Interessen einer kleinen gesellschaftlichen Gruppe. Teilhabe, Barrierefreiheit und verständliche Zugänge betreffen die gesamte Stadtgesellschaft.
Für uns im Oberlinhaus sind viele benannte Handlungsfelder des Plans tägliche Praxis: von inklusiver Kindertagesbetreuung über Wohnen bis zu Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Beeinträchtigungen.
Verlässliche Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt schaffen
Besonders relevant ist für uns, dass das Oberlinhaus im Handlungsfeld Arbeit als potenzieller Kooperationspartner der Stadt genannt wird. Der Teilhabeplan nimmt die Landeshauptstadt zugleich als Arbeitgeberin und als Gestalterin des lokalen Arbeitsmarktes in die Pflicht.
Mehr Praktikumsplätze, eine engere Zusammenarbeit mit unserem Berufsbildungswerk bei der verzahnten Ausbildung und Außenarbeitsplätze für Werkstattbeschäftigte sind richtige Ansätze. Nun müssen daraus verlässliche Kooperationen und echte berufliche Perspektiven entstehen.
Unterstützungsleistungen leichter zugänglich machen
Handlungsbedarf besteht auch beim Zugang zu Unterstützungsleistungen. Seit 30 Jahren begleiten unsere Frühförder- und Beratungsstellen Kinder und Familien in Potsdam. Aus unserer Erfahrung wissen wir: Antrags- und Verwaltungsverfahren sind für viele Menschen noch immer kompliziert und schwer verständlich.
Der Teilhabeplan muss sich deshalb daran messen lassen, ob Beratung die Menschen früher erreicht, Informationen verständlicher und notwendige Hilfen schneller zugänglich werden.
Mehr barrierefreier und bezahlbarer Wohnraum
Auch der Forderung nach mehr barrierefreiem Wohnraum schließen wir uns vorbehaltlos an. Nahezu täglich erleben wir, wie schwierig es für Klientinnen und Klienten ist, barrierefreien und zugleich bezahlbaren Wohnraum zu finden.
Das Oberlinhaus bringt seine Erfahrung ein
Als großer sozialer Dienstleister in Potsdam stehen wir bereit, unsere fachliche Erfahrung und die Perspektiven der von uns begleiteten Menschen in die Umsetzung einzubringen.
Unser gemeinsames Ziel muss sein, dass Menschen mit Behinderung in Potsdam gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können – in Bildung und Arbeit ebenso wie beim Wohnen und in der Freizeit.
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Sozialwirtschaft eingeordnet
Thomas Neubauer nimmt regelmäßig Stellung zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Fragen, die die Arbeit des Oberlinhaus und die Sozialwirtschaft betreffen. In seine Beiträge fließen seine langjährige Erfahrung als Geschäftsführer mehrerer Einrichtungen im Oberlinhaus und seine Perspektive als Kaufmännischer Vorstand ein. Zugleich greifen die Beiträge fachliche Impulse aus den verschiedenen Arbeitsbereichen des Oberlinhaus auf.
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