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Halblicht und reizarm – die etwas andere Kinovorstellung in Potsdam

26.02.2019
Das Oberlinhaus initiiert mit dem Thalia Programmkino Potsdam das erste „autism friendly cinema“ in Deutschland.

Eine Leinwand von der gefühlten Größe eines Basketballfeldes, krachender Surround-Sound, magische Licht- und 3-D-Effekte – das begeistert den modernen Kinogänger, die moderne Kinogängerin natürlich auch. Wirklich alle? Natürlich nicht. Viele ältere Leute und Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung empfinden das eher als Bedrohung denn als einen besonderen Genuss. Dieser Umstand ist auch Manuela Paul, der Leiterin des Autismuszentrums vom Oberlinhaus, bewusst. Anlässlich des Weltautismustages 2017 sucht sie ein Kino als Kooperationspartner für ein in Deutschland einmaliges Projekt: „autism friendly cinema“.
Das Thalia in Potsdam besticht durch ein eigenes Flair. Hier wurde Kinogeschichte geschrieben. In den über 100 Jahren seines Bestehens hat es die Uraufführung der regimekritischen „Spur der Steine“ ebenso erlebt wie die der beiden Loriot-Klassiker „Papa ante Portas“ und „Ödipussi“– eine vor und eine nach der Wende. Es liegt gut und ist liebevoll renoviert. Schnell ist das Thalia-Team um Thomas Bastian von Manuela Pauls Ansatz überzeugt, entwickelte erste Ideen.
Halblicht und reizarm, möglichst wenig Hektik und viel Geborgenheit – das ist die Grundidee für „autism friendly cinema“. „Wir haben versucht, einen deutschen Begriff zu finden, aber die klangen alle viel zu sperrig, waren wenig einladend“, erklärt die stellvertretende Thalia-Chefin Daniela Zuklic. Ganz neu mussten Oberlinhaus und Thalia allerdings das Rad nicht erfinden, denn die „National Autistic Society“ (NAS) in Großbritannien hat schon seit vielen Jahren gute Erfahrungen mit autismusfreundlichen Kinovorführungen sammeln können.
Das Konzept kommt auch in Potsdam gut an. So gut, dass aus einer einmaligen Veranstaltung am Weltautismustag 2017 eine Institution geworden ist – die erste in Deutschland übrigens. Jeden letzten Dienstag im Monat bietet das Thalia am S-Bahnhof Babelsberg ein Kinovergnügen für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen an. Filme mit einer ruhigen Erzählweise, gedämpfte Lautstärke und kein hektisches, schnell geschnittenes Werbevorprogramm, schaffen eine behagliche Atmosphäre – die übrigens auch von Kinogängern geschätzt und genutzt wird, die nichts mit Autismus zu tun haben. Mehr noch: Damit sich die Besucherinnen und Besucher wirklich wie zuhause fühlen, dürfen ausnahmsweise auch einmal deren Lieblingsspeisen mit ins Thalia gebracht werden, denn gerade für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen ist Gewohntes ein ganz wichtiger Anker. „Für uns vom Oberlinhaus ist die Kooperation mit dem Thalia ein Glücksfall, denn so etwas gibt es in der ganzen Hauptstadtregion nicht noch einmal“, freut sich Manuela Paul. Die Rückmeldungen der dem Oberlinhaus anvertrauten Menschen, deren Familien und Betreuern ist durchweg sehr positiv. „Wenn alle zufrieden sind, müssen wir eine gute Idee gehabt haben“, sagt Manuela Paul.

Nächste Vorstellung: 26.02.2019, 16 Uhr, Film: Manou – flieg´ flink!
Weitere Informationen zum Film gibt es beim Thalia Programmkino Potsdam.





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