Oberin Thusnelda von Saldern (1837-1910)

Sozialer Dienst, der nicht nach Herkunft fragt

Thusnelda von Saldern kam 1937 in Potsdam als Kind einer alten Adelsfamilie auf die Welt. Ein stets offenes Haus und eine aufgeschlossene Haltung ihren Mitmenschen gegenüber war kennzeichnend für die Familie Saldern, die großen Wert auf eine christliche Erziehung legte.

Thusnelda von Saldern kümmerte sich persönlich um die Armen, Kranken und Gebrechlichen. Sie absolvierte im Diakonissenmutterhaus „Bethanien“ in Breslau einen Krankenpflegekurs. Jedoch war es zu damaliger Zeit undenkbar, dass eine Adlige den Beruf der Krankenschwester ausübte.

So arbeitete sie auf den Gütern der Eltern und in der Gemeindepflege, half zunächst einem Onkel im Haushalt, ging nach dessen Heirat aber ins Kloster Marienburg, um die dortige Leitung zu unterstützen. Ab 1878 war sie Hausmutter des Ausbildungsseminars und wurde ein Jahr später als erste Oberin in die sich entwickelnde Diakonissenanstalt „Oberlin“ nach Nowawes berufen.

Den Bau der Oberlinkirche brachte sie bis zu deren Einweihung 1905 mit Energie voran. Von 1905 bis 1933 übernahm das Amt der Oberin die Diakonisse Margarethe Natho. Am 12. Mai 1910 verstarb Thusnelda von Saldern, ihr Grab befindet sich auf dem Potsdamer Friedhof an der Goethestraße.